Große Nordseeliebe

Neben dem Ruhrgebiet, welches ich wohnungstechnisch noch nie verlassen habe, gibt es in meinem Herzen noch einen weiteren Platz für einen Herzensort. Besser gesagt eine Region. Nämlich Ostfriesland und die Nordseeküste.
Die Nordsee löst in mir eine sofortige Entspannung und Zufriedenheit aus. Im Urlaub an der Küste brauche ich nicht viel. Den Strand, das Meer und eine Sitzgelegenheit. Punkt. So sieht für mich Urlaub aus. Ich muss nicht sonst wo hinfliegen. 3,5 Stunden ins Auto setzen, die A31 hochfahren und zack is Mela im Urlaub.
Der Anblick vom Meer lädt innerhalb von ein paar Minuten meinen Akku auf und lässt alle Sorgen verblassen.

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In meiner Schusseligkeit habe ich ein paar, nicht ganz unwichtige Dinge, zu Hause gelassen. Selbst diese Tatsache brachte mich nicht aus der Fassung. Sie löste eher ein lautes Gelächter aus. Nicht nur den Sonnenhut von Madame hatte ich zu Hause gelassen. Meine Regenjacke hat den Weg in den Koffer auch nicht gefunden. Da machste nix.
So hat Madame eine neue Kopfbedeckung und ich eine Regenjacke bekommen. Sonnenhut und Regenjacke sind Dinge, die man in Friesland auf jeden Fall in der Tasche haben sollte. Morgens kann es junge Hunde regnen und nachmittags verbrennt man sich in der Sonne die Nase. Alles schon vorgekommen, nur das ich mir die Ohren und nicht die Nase verbrannt habe.

Für einen Strandbesuch muss die Sonne nicht scheinen. Zumindest für uns nicht. Bei Sonnenschein kann ja jeder zum Strand gehen und Sandburgen bauen. Auch bei Nieselregen und Wind haben wir tiefe Löcher in den Sand am Strand gebuddelt.
Wer sich von Schietwetter die Laune oder gar den Urlaub vermiesen lässt der ist entweder selbst schuld und sollte dahinfahren oder fliegen wo es Sonnengarantie gibt. Ein bisschen Nervenkitzel mit dem Wetter muss man doch auch im Urlaub haben, oder?

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Wenn man es ganz streng nimmt war der Urlaub ein Strandurlaub. Auf Ausflüge hatte Madame nicht so richtig Bock. Was nützen einem die tollsten Ausflüge, wenn nicht alle Spaß daran haben.
An einem Regenmorgen haben wir uns dennoch auf den Weg zu den Seehunden in der Seehund Aufzuchtstation in Norden/Norddeich gemacht. Ich könnte mich dort stundenlang aufhalten und den schwimmenden Gesellen zusehen.
Das sah der kleine Mensch leider ganz anders. Nach genau 15 Minuten wurde der Ausflug kurz und knapp mit den Worten „Ich habe jetzt alle gesehen, wir können jetzt wieder nach Hause fahren“ beendet. Was macht man da? Genau wir sind nach Hause gefahren und haben unser Sandspielzeug mitsamt der Strandmuschel genommen und sind an den Strand gedüst.

Am Tag darauf hat das Wetter nochmal einen draufgelegt. Es schüttete wie aus Eimern, großen Eimern, Speisfässern oder eher Elefanten Badewannen. Wenn selbst Madame keine Lust hat an den Strand zu gehen dann will das schon was heißen.

Wir waren schon sehr oft in Ostfriesland und haben schon fast alles gesehen, was den Reiz an dieser Region aber nicht im Geringsten schmälert. Nur in der Meyer Werft, welche sich in Papenburg befindet, waren wir noch nie. Und Schiffe gucken ist eine meiner liebsten Beschäftigungen im Urlaub, egal ob Krabbenkutter oder Kreuzfahrtschiffe.
Zum Glück konnte ich Karten für die Führung durch die Werft im Voraus bestellen, was ich SEHR empfehle, denn sonst kann es einem passieren, dass die Führungen für die nächsten Stunden ausgebucht sind und man echt lange warten muss. Was bei schlechtem Wetter echt keinen Spaß macht.
Bei strömendem Regen konnten wir Papenburg nichts abgewinnen. Es hat nur für eine Laugenstange und zwei Schoko-Muffins gereicht. Was nicht heißt das die Stadt, welche die selbe Fläche hat wie Paris aber nur 36000 Einwohner, nichts zu bieten hat. Wir hatten nur keinen Nerv die Stadt zu erkunden. Bei allerfeinsten Pledderwetter.

Die Werft ist gigantomanisch groß. Ich neige bei so großen Bauten oder Schiffen dazu mir vor Schieß ein bisschen in den Schlüppi zu machen. Mir flößt sowas immer einen heiden Respekt ein.
Lange rede kurzer Sinn, es war richtig töffte dort. Madame war beeindruckt von den großen Schiffen welche wir in der Werft sehen konnten und auch das drum herum war richtig klasse. Nur das Bauen der Schiffe möchte Madame eher dem Papa überlassen.

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Die Nordsee und ich haben da so ein komisches Ding laufen. Immer wenn wir an das Meer fahren, ist das Meer weg. Ebbe halt. Egal zu welcher Tageszeit wir uns auf den Weg machen. Kein Meer zu sehen. Meine Familie macht sich schon lustig über mich. „Wenn du im Watt spazieren willst, nimm Mela mit. Die kann machen das, dass Meer weg ist“.
Püüühh!! Dafür ist doch im Watt spazieren gehen eine feine Sache. Zwar eine ziemlich matschige und teilweise auch rutschige Angelegenheit aber es macht richtig Spaß und fließend Wasser um den Schlick wieder abzuwaschen gibt es ja zum Glück auch.

Einmal haben wir es geschafft zumindest noch ein bisschen Nordsee zu Gesicht zu bekommen. Ich habe nicht laut ausgesprochen das wir ans Meer wollen und so habe ich das Meer und die Ebbe überlistet. So hat die kleine Dame ihre Füße ins Wasser stecken können. Sie musste zwar erst von Ihrem Glück überzeugt werden aber dann haben wir das Kind nicht mehr rausbekommen.
Und zum Schluss brauchte sie trockene Sachen.

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Wir haben nicht nur eine große Portion Entspannung, viele Fotos und eine neue Regenjacke für mich mitgebracht. Nö. Auch eine Menge Nordseestrand hat sich in unserer Wäsche in den Pott geschmuggelt.
Sollte ich bzw. wir es irgendwann mal im Kopp bekommen und dem Pott den Rücken kehren, dann auf jeden Fall in Richtung Nordsee.

Ahoi!

Mein Leben mit dem Besonderen

Eines muss ich vorweg erst mal sagen, für jede Mama und jeden Papa ist das Leben mit Kind oder Kindern etwas Besonderes, ob mit einem „Extra“ oder ohne.

Auch unsere Tochter ist etwas besonders. Besonders aufgeweckt, besonders lustig und manchmal auch besonders nervenaufreibend.
Trotzdem hat Sie auch eine Besonderheit, welches nicht viele Kinder haben. Nur etwa 3-5% aller Kinder tragen diese Besonderheit.
Sie hat ein Blutschwämmchen am linken Unterarm. In der Medizin besser bekannt als Hämangiom und im Volksmund eher als Erdbeerfleck.leben-mit-dem-besonderen_frickeltante

Nach Ihrer Geburt im Juli 2013, konnten wir noch nichts von dem Blutschwämmchen erahnen, welches sich in den nächsten Tagen und Wochen bilden sollte. Anfang August fiel uns auf das an dem Unterarm der kleinen Dame sich eine Art „Blauer Fleck“ gebildet hatte. Zuerst dachte ich, sie sei mit ihrem Ärmchen im Gitterbett hängen geblieben. Schon plagte mich das schlechte Gewissen, dass mein Kind sich weh getan hätte ohne das ich davon etwas mitbekommen hatte.

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Recht schnell veränderte sich der „Blaue Fleck“ und plötzlich waren zwei kleine rote Pünktchen zusätzlich da. Mir schwante schon das es sich um ein Hämangiom handelte, da unser Neffe auch ein Hämangiom an der exakt selben Stelle hatte. Genau hatte, denn ein Hämangiom bildet sich im Laufe der Zeit wieder zurück. Und verschwindet irgendwann komplett.

Kurz zur Erklärung worum es sich bei einem Hämangiom, Blutschwämmchen und oder Erdbeerfleck handelt.

Ein Hämangiom, auch Blutschwämmchen oder Erdbeerfleck genannt, ist ein embryonaler Tumor mit Endothel-Proliferation und sekundärer Ausbildung von Gefäßlumen. Typischerweise sind Hämangiome bei Geburt noch sehr klein und nehmen dann in manchen Fällen (ca. 10 Prozent) vor allem im ersten Lebensjahr deutlich an Größe zu. Einige Formen treten nach dem 3. Lebensjahrzehnt auf.
Ein Hämangiom besteht aus einem Sichtbaren Oberhautanteil, dem Roten Fleck und einem Unterhautanteil, in welchem sich auf die Gefäße zur Hämangiom Versorgung befinden.
Quelle: Wikipedia

Die nächste U- Untersuchung beim Kinderarzt stand an und wir zeigten Ihm die Pünktchen welche sich weiter ausgebildet hatten. Die Stelle an denen sich die Pünktchen zeigten war geschwollen und sehr erhaben. Dieser überwies uns in die Kinderchirurgie, zu einer Ärztin welche sich auf Hämangiome bei Kindern spezialisiert hat.

Zum Glück bekamen wir schnell einen Termin in der Hämangiom Sprechstunde und schon ein paar Tage später waren wir zum ersten und für viele Jahre nicht zum letzten Mal dort. Zum Glück waren alle sehr nett und haben sich ganz viel Zeit für die kleine Dame und uns genommen.
Ich selbst bin Krankenschwester und stehe allem was mit der Medizin zu tun hat sehr kritisch gegenüber. Vor allem wenn es um die Behandlung meiner wenigen Wochen alte Tochter geht.
Das Blutschwämmchen, zu dem es sich schon entwickelt hatte, wurde fotografiert (um das Wachstum und das Aussehen zu dokumentieren) und ein Ultraschall wurde gemacht um zu sehen wie tief das Hämangiom ist und wie es durchblutet wird. Denn ein Hämangiom versorgt sich Autakt.

Ab diesem Zeitpunkt sind wir alle 2- 3Wochen zur Kontrolle hingefahren.
Anfang September hatten mein Mann und ich das Gefühl, dass sich das Hämangiom nochmals enorm vergrößert hatte und noch dicker geworden war. Also gingen wir außerhalb der Vorsorgetermine in die Kinderchirurgie.
Am Ende einer sehr langen Ultraschalluntersuchung stand fest, der Unterhautanteil hatte sich massiv vergrößert und dadurch würde dieser das Knochenwachstum in Ihrem Arm beeinträchtigen. So stand nach kurzer Beratung mit dem zuständigen Oberarzt und eine Menge tränen meinerseits fest, unsere Tochter musste mit nur 6 Wochen operiert werden.

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Mit einem Kältelaser sollte der Unterhautanteil des Hämangioms verkleinert werden, dieses OP- Verfahren hinterlässt keinerlei Narben. Dazu wurden die kleine Dame und ich für 3 Tage stationär im Krankenhaus aufgenommen.
Am zweiten Tag wurde sie operiert bzw. gelasert.
Vorher wurde, der da noch sehr kleinen Dame, ein Zugang in den Kopf gelegt. Ich glaube bis heute das ich diese notwendige Prozedur schlimmer fand als die Kleine.

Mein Kind am OP abzugeben, war somit die schlimmste Erfahrung meines Lebens. Am liebsten wäre ich mit in den OP gegangen. Ich habe auch versucht im Vorfeld der OP die Ärzte davon zu überzeugen das ich mit in den OP kann, bin ja schließlich Krankenschwester. Die Ärzte fanden die Idee leider nicht so toll, so mussten wir auf dem Zimmer auf den Anruf aus dem OP warten. Zum Glück hat der Zwergen Papa mir Gesellschaft geleistet.

Nach 1,5 Stunden, welche uns wie Stunden vorkamen, konnten wir in den Aufwachraum zu unserer kleinen noch sehr müden Maus. Die OP an sich dauerte nur etwa 20 Minuten, Madame hatte aber keine Lust das Traumland zu verlassen und musste somit ein bisschen länger im OP beim Anästhesisten verbringen.

Ich hatte schon die größten Sorgen wie wir das Hämangiom versorgen müssen und wie ein Verbandwechsel bei so einem kleinen Menschen klappen soll. Und siehe da, es gab keinen Verband. Das Hämangiom mussten wir lediglich täglich mit etwas Vaseline eincremen, damit es nicht trocken würde und sich so risse Bilden konnten. Sie hatte die OP sehr gut verpackt und schon am nächsten Tag durften wir nach Hause gehen.

Seit der Operation sind knapp 2 1/2 Jahre vergangen. Seitdem waren wir noch unzählige Male in der Hämangiom Sprechstunde zur Kontrolle, bei den ersten malen immer mit der Angst im Nacken das die kleine Dame nochmals gelasert werden muss. Zum Glück blieb es uns bzw. Ihr erspart.
Laut der Kinderchirurgin, wird Madame noch einige Jahre Trägerin eines Blutschwämmchens sein. Da dieses noch sehr groß ist und sich sehr langsam wieder zurückbildet. Aber es bildet sich zurück und das ist die Hauptsache. Der Rote Fleck ist schon blasser geworden und auch viel kleiner. Der Unterhautanteil ist noch sehr erhaben.

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Das ist aber nicht schlimm, denn die kleine Dame stört ihr Blutschwämmchen nicht. Sie kennt sich selbst ja nur mit ihrem „Schwämmchen“, was sie eher stört ist das Muttermal welches sich vor kurzem neben dem Hämangiom gebildet hat.
Sie lebt ja schon immer mit dieser Besonderheit. Für sie ist es ganz normal und auch andere Kinder mit einem Hämangiom sind für die kleine Dame nichts Besonderes. Häufig zeigt sie den anderen Kindern ist Blutschwämmchen und erzählt, dass es nicht schlimm ist und gar nicht weh tut.
Ihr Hämangiom bereitet der kleinen Dame keine Schmerzen, selbst nach Ihrer OP zeigte sie keine Anzeichen von Schmerz an der gelaserten Stelle.

Da sich das Blutschwämmchen an ihrem linken Unterarm befindet, werden wir mit Blicken und teilweise auch komischen Kommentaren erst konfrontiert, wenn es wärmer draußen wird und das T-Shirt Wetter beginnt.

Wie schon geschrieben für Madame ist ihr „Extra“ nichts Besonderes. Für die meisten anderen Kinder, mit denen sie in Kontakt kommt ist es auch nichts worauf sie lange achten oder sogar den Kontakt zu Ihr meiden. Häufig wird das Hämangiom kurz inspiziert und dann geht das Spielen schon los.
So wie ganz häufig im Leben sind die Erwachsenen das „Problem“. Was ich schon gehört habe im Hinblick auf den Blutschwamm meiner Tochter.

„Oh, hast du dich schon tätowieren lassen?“
„Hast du dir weh getan? Soll ich dir ein Pflaster holen?“
„Kann man das nicht wegmachen lassen?“

Auf die letzte Frage habe ich immer wieder dieselbe Antwort. Klar kann man es operativ entfernen lassen. Aber:
1. Es wird eine Narbe entstehen, die Sie ihr Leben lang tragen wird. Das Blutschwämmchen bildet sich meist ohne Narbenbildung von allein wieder zurück.
2. Es ist eine Operation bei der immer etwas passieren kann und nur um den roten Anteil aus kosmetischen Gründen entfernen zu lassen, lassen wir unsere Tochter nicht operieren.
Solang die kleine Dame sich nicht an Ihrem „Extra“ stört, gehen wir zur Vorsorge in die Kinderchirurgie und mehr nicht.

Leider gibt es auch immer mal wieder blöde und verletzende Kommentare.
„Komm von dem Mädchen weg, wer weiß was die da am Arm hat.“
Meistens schüttle ich nur mit dem Kopf, anstatt zu erklären was Madame am Arm hat. Warum kann man nicht einfach Fragen oder wenn man es sich nicht traut, still sein?!

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Nicht nur, dass diese Aussagen völlig bescheuert sind, sondern unverschämt und teilweise auch verletzend. Wir werden uns diese Aussagen noch einige Sommer antun müssen.
Kinder treten anderen Kinder und Menschen mit Besonderheiten viel offener gegenüber, davon könnten wir Erwachsene uns mal eine dicke Scheibe abschneiden und Menschen mit Besonderheiten ganz normal begegnen, auf Augenhöhe.

Glück Auf!

Den Pott mit der Nordsee vergleichen??

Ich hatte es hier schon mal erwähnt, wenn es mir zu viel wird mit meinem Kopf und der schlechten Laune geht eine Runde Halde immer.

Und da es mal wieder so weit war, haben wir uns bei schönsten Vor-Frühlingswetter auf den Weg nach Moers zur Halde Rheinpreussen gemacht.
Mit einer Höhe von 74m über der Umgebung und der riesigen Grubenlampe (dem Geleucht), von etwa 30m. Ist es nicht die höchste aller Halden im Pott aber eine meiner liebsten. Durch den Abraum der Zeche Rheinpreussen ist die Halde entstanden und war eine der ersten grünen Halden. Schon von weitem kann man die Landmarke auf der Halde erkennen.

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Man ist schnell oben, was bei einem Ausflug mit Kleinkind mit Schuhgröße 25 nicht zu verachten ist. Denn Kinderwagen fahren ist was für Babys. Madame möchte laufen und das soll Sie auch. Damit der Spaß am Laufen nicht verloren geht und sie ein Erfolgserlebnis hat haben wir uns für die Halde mit dem „Geleucht“ entschieden. An bestimmten Tagen kann man das Geleucht besteigen und als Aussichtsplattform nutzen.
Auf dem Weg nach oben haben wir das ein oder andere Wettrennen und „Engelchen flieg“ veranstaltet.

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Kurz vor der Haldenspitze kamen Mann und Kind auf die grandiose Idee mal wieder den „normalen“ Weg zu verlassen und sich durch die Karpaten zu schlagen. Während der Mann und die Kleine schon oben auf mich warteten habe ich Fotos gemacht und versucht gegen meine grottige Kondition anzukämpfen. Ich bin eindeutig nicht der Karpaten Typ. Obwohl man abseits der Wege auch das ein oder andere entdecken kann was von den befestigten Wegen aus so nicht zu sehen ist.

Oben auf der Halde kann man sich von einem ordentlichen Pott Wind die Hirnwindungen durchpusten lassen und alles ist nicht mehr ganz so schlimm.
Und wenn dann noch die Sonne lacht, kann man auch kurz denken man sei an der Nordsee.
Fehlen nur die Möwen die einem das Fischbrötchen aus der Hand mopsen.

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Die Betonwürfel am Fuß des Geleuchts laden zum Pause machen ein, eigentlich. Man kann sich natürlich auch mit dem Po auf den Boden setzen, die Aussicht genießen und den „Ausflugsapfel“ essen. Oder wie im Fall der kleinen Dame mehrere Runden um das Geleucht rennen.
Woher hat sie nur diese Energie?

Hier oben kann man ganz wunderbar die Facetten des Ruhrgebiets erkennen. Auf der einen Seite, Wälder, Seen und sogar Windräder sind zu sehen. Auf der anderen Seite, sieht man das industrielle Ruhrgebiet. Mit Stahlwerken, die A42 (Autobahn) und weiteren Zechen und Halden.

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Und genau hier fühle ich mich zu Hause. Genau hier will ich leben. Mit der Abwechslung des Potts.
Für die kleine Dame gehören Zechen, Halden und alles andere Pott Gedöns einfach schon zu ihrem Leben dazu. Sie weiß schon welche Zechen und Halden Sie besucht hat.
Sie ist ein echtes Pott-Kind.

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Wer mir auf Snapchat folgt, konnte „live“ bei dem Ausflug dabei sein. Für alle die dies noch nicht tun, kann ich auch hier gerne aus dem Nähkästchen plaudern. Ich wollte ein Foto machen, hatte schon eine genaue Vorstellung wie es auszusehen hat. Es klappte einfach nicht. Zum Schluss saß ich mit dem Po im Dreck, aber ein Foto war immer noch nicht geschossen.
Mein Mann schüttelt den Kopf und lacht, nimmt die Kamera in die Hand und macht ohne durch die Kamera zu gucken genau das Bild was ich haben wollte.
Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu.
Am Ende habe ich aber mein Bild bekommen. Ja ok, ich hatte zwar Hilfe aber das ist ja egal.

Glück Auf!

Im Dunkeln ist gut Munkeln – Parkleuchten 2016

Im Dunkeln ist gut Munkeln, so oder so ähnlich hat meine Mama immer die Dunkelheit draußen beschrieben.
Wenn es dunkel wird bzw. ist, bin ich nicht so gerne draußen unterwegs. Die Dunkelheit bereitet mir Unbehagen.
Doch mindestens einmal im Jahr gibt es für mich einen guten Grund der Angst vor der Dunkelheit ins Gesicht zu grinsen und doch raus zu gehen.

Genau dann gibt es im Gruga Park, hier in Essen, wieder die Parkleuchten zu bestaunen. Auch wenn es gegen Abend sehr schattig draußen ist, haben wir uns mit Kind, Buggy und Kamera auf den Weg durch den bunt beleuchteten Park gemacht.
Mit Einbruch der Dunkelheit beginnt das Lichterspiel aus LED’s, Strahlern und Projektionen. Tausende bunte Lichter erleuchten in den verschiedensten Varianten den Park.

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In den ersten Jahren, wussten wir nichts von den Parkleuchten. Sie sind einfach an uns vorbeigezogen ohne das wir davon etwas mitbekommen haben. In diesem Jahr waren wir schon zum dritten Mal da und haben die Vögel, Blumen oder einfach die bunt beleuchteten Bäume am Wegesrand bestaunt.

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Am Wochenende ist es richtig voll in der Gruga. Dann steht Stativ neben Stativ um das schönste Bild der Lichtinstallationen einzufangen. Der ein oder andere Besucher hat sich ganz schön darüber aufgeregt aber es gibt immer Menschen die sich über alles möglich aufregen können. Trotzdem kann man sich auch am Wochenende auf den Weg in den Park machen. Man sollte ein bisschen Zeit mitbringen und dann sind die Parkleuchten auch am Wochenende entspannt.
Unter der Woche ist es abends sehr entspannt dort, es sind kaum Menschen dort. Man kann sich Zeit lassen zum Fotos machen und Lichter bestaunen, auch für die kleinen Besucher ist es dann schöner die Lichter aus der Kinderperspektive zu bestaunen.
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Neben einem Leuchte Ball, welchen wir in der Gruga gekauft haben und einer Bratwurst an der Orangerie, war das eigentliche Highlight für Madame der Hubschrauber welcher auf dem Dach des Uniklinikums landete. Wir haben uns den besten Platz zum Bestaunen gesichert und haben gewartet bis der Hubschrauber wieder losflog.

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Madame hat absolut keine Angst im Dunkeln, sondern findet es spannend. Warum sollte sie auch? Sie hat noch keine schlechte Erfahrung mit oder in der Dunkelheit gemacht.
Gegen Ende unseres Ausflugs kam Madame auf die Idee das sie auch laufen wollte. Och, nö.

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Oh Gott, das Kind will laufen. Es ist dunkel, hier sind viele andere Menschen unterwegs. Sie geht bestimmt verloren.
Dank Leuchtball in der Hand war sie immer zu erkennen, auch wenn mir der Spaziergang von Madame die Schweißperlen auf die Stirn gezaubert hat.
Wieder im Auto angekommen war ich froh das wir wieder vollzählig angekommen waren.

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Leider gab es in den letzten Jahren immer wieder Diebstähle der Lichtinstallationen. Wie man auf so eine idiotische Idee kommen kann, verstehe ich bis heute nicht.
Geht doch auch mal hin. Noch bis zum 13 März kann man ab Einbruch der Dunkelheit die Bunten Lichter in der Gruga bestaunen.

Glück Auf!

Sie werden so schnell groß – Kindergartenkind

Der letzte Post ist schon wieder ein paar Tage alt.

Bei dieser Blog Abstinenz liegt es nicht an mangelnden Idee für Posts. Eher liegt es daran das sich etwas verändert bzw. verändern wird.
Wir haben für den Sommer einen Kindergartenplatz bekommen.
Ab August geht Madame in den Kindergarten, sogar in unseren Wunschkindergarten.

Und was mach ich?! Natürlich freue ich mich, dass wir trotz Umzug doch einen Platz bekommen haben. Obwohl einige Einrichtungen uns prophezeit haben das es eher schwierig bis unmöglich wird einen Platz zu bekommen. Wenn wir einen Platz bekommen würden, dann nur über den Rechtsanspruch, welchen wir dann umgehend gestellt haben. Vor allem, weil Madame dann schon drei Jahre alt ist.

Aber das ist ein ganz anderes Problem und soll jetzt nicht mehr unseres sein. Obwohl es sehr ärgerlich war was wir uns da teilweise so anhören mussten.
Und jetzt kommt das Große ABER. Ich kann mich mit dem Gedanken, dass mein Kind ab dem Sommer vormittags in den Kindergarten geht noch nicht anfreunden.
Natürlich ist mir klar das der Kindergarten zum Kinderleben und zur Entwicklung dazu gehört. Trotzdem macht dieses Wissen die Sache für mich gerade nicht besser. Drei Jahre haben wir fast 24 Stunden alles zusammen gemacht. Und jetzt wird das anders werden.kindergartenkind_frickeltanteGenau das macht mir ein bisschen Bauchweh. Es treibt mir immer mal wieder die Sorgenfalten auf die Stirn und die Tränen in die Augen. Ich habe richtig Muffe vor dieser Veränderung.
Wovor ich genau Schieß habe?! Puh, vor der Veränderung, dass Madame dann nicht mehr nur mit mir ihre Zeit verbringt (ich weiß es klingt ein bisschen egoistisch, so ist es gar nicht gemeint). Ich kann dann nicht mehr die ganze Zeit auf sie aufpassen.
Und wie verbringe ich dann die Zeit ohne Kind?

Zwischendurch plagen mich dann Zweifel ob das der richtige Kindergarten ist, oder hätten wir doch die andere Einrichtung nehmen sollen?
Sind die Erzieher nett zu meinem Kind, mögen die anderen Kinder meine Tochter und mag sie die anderen Kinder?
Es wird sich alles geben und wahrscheinlich werde ich spätestens im September darüber lachen und alles hat sich eingespielt, aber noch weiß ich nicht was kommt und dann mache ich mir schon mal sorgen und Gedanken.
Man wird sich doch als neue Kindergarten Mama Gedanken und Sorgen machen dürfen, oder?!

Während Mama sich in die Hose macht vor dieser Veränderung, freut Madame sich wie Bolle auf den Kindergarten. Dank dem Opa weiß sie auch ganz genau, wie alt sie dann sein wird und was man als Kindergarten Kind alles mitnehmen muss um den Tag im Kindergarten zu verbringen. Rucksack, Brotdose mit Brot und Apfel drin und allen möglichen anderen Krempel der sich von Tag zu Tag ändert.
Nur ich weiß noch nicht so recht.

Genau deswegen ist es hier gerade ziemlich ruhig. Ich habe das Gefühl jetzt die Zeit ganz intensiv nutzen zu müssen, denn in 5 Monaten wird sich ja ein bisschen was verändern. Das auch nicht nur im Tagesablauf.

Sobald ich was anderes mache als mich mit Madame zu beschäftigen plagt mich das schlechte Gewissen. Denn bald wird ja alles anders.
Ich versuche mal wieder mit meinem Kopfzwerg einen Kampf zu kämpfen, bei dem ich das Gefühl habe den kann ich nicht gewinnen. Mit ein bisschen Zeit und der ein oder anderen Taschentuchpackung werde ich mich daran gewöhnen und versuchen mich genauso auf den Kindergarten zu freuen wie die kleine Dame des Hauses es tut.

Denn sie bleibt ja unser Zwergenkind, nur dann halt ein Zwergenkindergartenkind.

Entspann dich Mama.

Glück Auf!

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